Auf dem Debüt "THE SHORTEST STRAW" von THE DON DARLINGS glimmt trotz aller Schwarzmalerei und Schwere dennoch immer wieder ein schwacher Funke verschrobener Lebensfreude auf. Wer sich gern der Melancholie á la Nick Cave und Leonard Cohen hingibt, könnte mit dem schwedischen Fünfer richtig liegen.
Der Grad zwischen Schwermut und der schlichten Freude am puren Leben kann ein sehr schmaler sein und diese Band schafft diesen leichtsinnigen Tanz auf des Messers Schneide. Mit ihren Texten stoßen THE DON DARLINGS ihre Zuhörer vom Barhocker in die Gosse und jagen sie die Straße hinunter. Man ist in der Wahl der Möglichkeiten darauf zu reagieren sehr beschränkt. Entweder versucht man stehen zu bleiben und bekommt die Dresche seines Lebens oder man nimmt die Beine in die Hand und sucht das Weite um in der nächsten Bar aus seinem erlittenen Waterloo ein Helden-Epos zu dichten.
Ihren Sound beschreiben sie selber als eine düstere Variante des Southern Americana. Die Produktion der 12 Tracks ist dabei so reduziert wie es das Genre abverlangt. Charakteristisch für die Band ist sicherlich zu allererst die dunkle Grabesstimme von Sänger Reverend Collum. Die klassische Instrumentalisierung erzeugt eine Vintage-Atmosphäre, die dem Sänger die entsprechende Bühne bereitet. Die Balladen über Gelage, gebrochene Herzen, Willkür, Mord und Totschlag geben definitiv keinen Grund für Zuversicht und Hoffnung, wecken aber gewisse rebellische Trotzreaktionen, die den Spaß an den Songs bringen und auch Versicherungsangestellte zum gefühlten Outlaw werden lassen. "THE SHORTEST STRAW" erzählt Geschichten im ländlichen Zwielicht, wie die die sich in schummrigen Bars und dunklen Ecken der großstädtischen Rotlicht-Bezirke abspielen. Nicht die starken und vorbildlichen Teile der Gesellschaft reizen THE DON DARLINGS, sondern die weniger heldenhaften Gestalten, deren Lebenslauf eine ständige Abwärtskurve aufweisst und die zugleich mit dem Rücken zur Wand und vor dem menschlichen Abgrund zu stehen scheinen.
Im Mai stehen einige Shows auch in Deutschland an. Warnhinweis: Nur für gefestigte Personen, die keine suiziden Tendenzen aufweisen!
VÖ 30.04.2010 (auf Alleycat Records, Vertrieb: Soulfood Music)
www.myspace.com/thedondarlings


